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ArtikelSeebestattungpdfEinsam bleibt sie zurück, die Witwe. Doch nicht ohne Hilfe. Eine Spanierin, Maria, und deren Familie sprangen ein. Dreimal war die Urne erfolglos zwischen Deutschland und Spanien hin und hergegangen. Die Nerven der 75-jährigen Ehefrau lagen blank. So gerne wollte sie den letzten Willen ihres Mannes, eine Seebestattung, erfüllen. Aber wie? Endlich kam Maria auf die Idee, sich ans Konsulat zu wenden. Das half. Dann die Bestattung. Maria fand den Pfarrer. Jetzt sollte es ganz schnell gehen, weil schon viel zu lange der Kummer der Frau anhielt. Also boten wir den Erntedankgottesdienst an. Nach dem Gottesdienst fuhren wir hinterher zu einem nicht zugänglichen Strand mit Booten. Alle Boote hochgebockt. Die Witwe, an Krücken laufend, musste mit einer Leiter ins Boot klettern. Alle anderen 6 hinterher. Dann wurde das gut gefüllte Boot mit dem Bulldozer ins Meer geschoben. Arme immer schön an den Körper gepresst. Weit weg vom Strand, bei ruhiger See, die einem aber gar nicht ruhig vorkam, übergab der Pfarrer in Vertretung für die Witwe auch 56 wunderschöne rote Rosen, Symbole für 56 gemeinsame Jahre, der See. Auf der Rückfahrt löste sich die Spannung und Seekrankheit setzte ein. Dazu war der Bulldozerfahrer nicht zu sehen und ließ sich Zeit, jedenfalls für deutsche Zeitbegriffe. Endlich waren wir wieder an Land, schief aufgebockt, dankbar. Nur der Witwe ging es sehr schlecht. Wie sollten wir sie wieder vom Boot bekommen? Irgendwann war sie im Chiringuito angelangt, auf zwei Stühle gesetzt und fiel sofort in Tiefschlaf. Maria immer liebevoll und herzlich an ihrer Seite. Wir sind sehr dankbar. Für jeden Menschen, der hier half und hilft. Auch das ist Erntedankfest.
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